Die Kirche

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Bis zur Errichtung des barocken Hochaltares konnte man zum Chorabschluß sehen, wo in der Apsis der dreiteilige gotische Marienaltar stand. Friedrich machte ihn 1447 zum Geschenk. Er wurde 1884 an das Wiener Domkapitel verkauft und steht in der Nähe seines Stifters im Stephansdom in Wien.

In diesem Abschluß befindet sich auch das Grabmal der Kaiserin Eleonore, der Gattin Friedrich III., und seiner drei Kinder Christof, Helene und Johannes. Während bei den Kindern einfache Grabtafeln sind, hat man zur Ausstattung des Grabmales für die Kaiserin aus Straßburg den Steinmetzmeister Gerhart von Leyden geholt. Das rotmarmorene Hochgrab zeigt die jugendliche Kaiserin - sie starb im Alter von 30 Jahren - im Krönungsornat in Lebensgröße auf einem Kissen liegend mit Zepter und Reichsapfel.

1699 wurde der Hochaltar fertiggestellt, der ein Anfangswerk der Barockausstattung des Abtes Alexander Standharter (1683-1707) ist. Man spricht von einer Synthese von Renaissance, Gotik und Barock. Den Altar, der im Aufbau dem renaissancen Baustil folgt, hat der Laienbruder Jakob Lindner geschaffen. Die Statuen stammen vom Wiener Neustädter Barockschnitzer Andreas Schellauf. Das Altarblatt, welches die Himmelfahrt Mariens darstellt, stammt vom Maler Anton Schoonjans, einem Enkel Rubens. Der Altar reicht bis an die Decke des Chores. Biblische Gestalten sowie die Heiligen Benedikt und Bernhard umrahmen das Altarbild. Links neben dem Hochaltar befindet sich die Sakristei, welche auf Abt Benedikt Hell 1730 zurückgeht. Drei hohe Wandschränke mit reichlich Renaissance-Intarsien versehen, haben Medaillone mit Dreifaltigkeit, Geburt und Auferstehung des Herrn.

Ein Marmortaufbecken aus der gleichen Zeit, angefertigt von einem Eisenstädter Steinmetz, steht in der Mitte des Chores. Das vor dem Hauptaltar befindliche Chorgestühl stammt aus dem frühen 17. Jh. und ist ein Werk der Spätrenaissance mit aufgelegten Schnitzereien. Es wurde bei Aufstellung des Hochaltares verkürzt. In der Mitte des Presbiteriums ist das Grab des 1550 verstorbenen spanischen Literaten Cristobal de Castillejo.

Am Beginn des Mittelschiffes, links und rechts des heutigen Volksaltares, sind die beschrifteten Steinplatten der darunter begrabenen Äbte (Prälatengruft) und Wohltäter. Im Mittelteil befindet sich die Kanzel (1699), am Dach einen Blütenkelch mit dem hl. Bernhard - als "honigtriefenden Lehrer."



An der linken und rechten Kirchenwand stehen je drei Seitenaltäre, ebenfalls aus der Barockzeit, die in ihrer Gesamtheit aufeinander abgestimmt sind, und zwar links vorne beginnend:

Bernhard- oder Herz Jesu-Altar aus bunter Marmorimitation (1743). Das Altarblatt kopierte der Wiener Maler Josef Oblasser nach Altomontes Bild aus der Heiligenkreuzerhof-Kapelle in Wien. Es stellt die Marienvision des hl. Bernhard dar. Seitwärts stehen die Kirchenväter Augustinus und Ambrosius ein Werk des Bildhauers Johann Wagner 1743. Das Jesusbild malte Josef Kotzler aus Wien.

Links an der Mauer eine Gedenktafel für Abt Alberich Stingel von Josef Pisani, 1801.

Josef- oder Krippenaltar (1741). Altarbild von Francesco Solimena, einem Neapolitaner, welches die heilige Sippe darstellte. Links und recht die Statuen der Landespatrone Leopold und Florian. Solimena war der Hausmaler Prinz Eugens.

St. Sebastian Altar auch zu Ehren der hl. Pestparone (1748) Altarbild Marter des hl. Sebastian von Michelangelo Unterberger. Am Altartisch Grotte der hl. Rosalia und zu beiden Seiten die Pestheiligen Borromäus und Rochus.

Links vorne: St. Benedikt oder Marienaltar (1737) von Martin Altomonte. Er zeigt die drei Gründerväter der Zisterzienser in einer ikonografischen Figuration. Rechts der hl Robert beim Auszug von Molesme, links der hl. Alberich (2. Abt), der von der Gottesmutter die weiße Kukulle empfängt, in der Mitte der hl. Stephan, der ein Buch - wohl die Charta Charitatis - in der Hand hält. Der hl. Benedikt hält seine Ordensregel in der Hand, die auch für die Zisternzienser ihre Gültigkeit hat. Am Altar eine Kopie der schwarzen Madonna von Czentstochau, aus dem Paulinerkloster, wo Maria Theresia bei ihrem Aufenthalt in Wiener Neustadt gebetet haben soll.

Rechts an der Mauer Gedenktafel für den erschossenen P. Prior Alberich Rabensteiner. Darüber eine Danksagung an Abt Anton Wohlfahrt (1801-1836). Rechts neben dem Ausgang zum Kreuzgang Grabtafel des Hoffräulein der Kaiserin Eleonore, Beatrix Lopi, die bereits 1453 starb.



Schutzengel- oder Annenaltar (1740) Altarbild von Martin Altomonte. Auslegung in der Barockzeit: Sieg des Geistes über das Fleisch, dann Sieg des Christentum über das Heidentum.

Johannes Nepomuk Altar (1748) Altarbild von Paul Troger mit hl. Johannes von Nepomuk. Im Glasschrank das gnadenreiche Prager Jesukind vom Karmeliterorden, 1886.

Als westlicher Abschluß befindet sich über dem Haupteingang der Chor. 1736 baute man eine barocke Orgel, die hölzerne Chorbrüstung wurde 1750 vorgezogen.

In der Hallenkirche sind zu beiden Seiten Grabmalplatten von verstorbenen Wohltätern, die hier bestattet sind.


                                            Grabmal Kaiserin Eleonore

Musik und Kunst

Kirchliche Feiern

Zu TAUFE
 

Mit der Taufe beginnt unser Christsein, die Verbindung mit Jesus und der Kirche.

Zu ERSTKOMMUNION
 

In der Hl. Kommunion empfangen wir den Leib des Herrn, sein ewiges Leben.

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In der Firmung werden wir mit dem Hl. Geist gesalbt. Er stärkt uns, als Christen zu leben.

Zu HOCHZEIT
 

“Liebt einander, wie ich euch geliebt habe!” (Joh 10,10) Die Liebenden machen Gottes Liebe sichtbar.

Zu TRAUERFALL
 

Große Hoffnung ist uns geschenkt. Jedem gilt die Zusage: Jesus hat den Tod besiegt. Er ist auferstanden!